Invasive Arten in unserer Region  - was tun?

NEU: Ausbildung zur Neophytenfachkraft 

Durchführung: Institut für Botanik, Innsbruck

Referent: Prof. Konrad Pagitz, Tiroler Neophytenbeauftragter

3 Module: Theorie: 25.Juni 2024; Praxistage: 9. und 10.September 

Nähere Infos: Neophyten Tirol 

Neophyten - das sind invasive Pflanzenarten in Tirol - stellen für uns und unsere Umwelt eine zunehmende Gefahr dar. 

Zum einen sind es gesundheitsschädliche Arten, die entweder allergische Reaktionen hervorrufen oder durch giftige Stoffe unsere Tiere bedrohen, zum anderen stark wachsende Arten, welche unsere heimischen Pflanzen verdrängen und damit unsere Ökosysteme bedrohen. 

Am Land Tirol wurde ein Kompetenzzentrum für Neophyten unter der Leitung von Univ.Prof. Dr. Konrad Pagitz. Neophyten Tirol 

Das Land Tirol hat auch eine Strategie zur Bekämpfung erarbeitet. Hier zum Download Dort findet man gute Beschreibungen der einzelnen Arten und wie sie beseitigt werden können. 

Die KLAR! Alpbachtal hat ein Konzept für die Region erarbeitet, welche hier zu finden ist: Download

Einen Überblick über die wichtigsten Arten findet man hier: Download Neophytenfolder 

Gesundheitsschädliche Arten

Die folgenden 3 Arten haben sich in unserer Region noch nicht flächendeckend ausgebreitet. Es ist daher sehr wichtig, ALLE Sichtungen zu melden und Einzelbestände rasch zu beseitigen und zu entsorgen. 

Bitte E-Mail mit Foto und Standort an folgende Meldestellen senden: neophyten@uibk.ac.at 

oder direkt in deiner Gemeinde: 

wald@alpbach.tirol.gv.at gemeinde@muenster.at    umwelt@brixlegg.gv.at   gemeinde@reith.ia.at  

Riesen-Bärenklau

Problem: Phototoxische Reaktionen bei Berührung 

Kurzbeschreibung: bis zu 4m hohe Pflanze, weiße bis zu 80cm breite Blütendolden 

Beseitigung: nur mit Schutzausrüstung! Bei Sichtung an oben genannte Stelle melden!


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Beifuß Taubenkraut - Ragweed - Ambrosia

Problem: Allergische Reaktionen durch Pollen

Kurzbeschreibung: bis zu 1,5m hohe Pflanze mit rötlichem, behaarten Stängel 

Beseitigung: vollständiges Ausreißen mit Schutzhandschuhen und Entsorgung über Hausmüll

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Südafrikanische Greiskraut (Kreuzkraut)

Problem: die ganze Pflanze ist giftig und führt bei Aufnahme mit Futter zu Schäden in Leber, Lunge und Blutgefäßen; Gefährlich für Landwirtschaft!

Kurzbeschreibung: 20 - 60 cm hoch, reich verzweigte, kleinblättrige Pflanze mit kleinen gelben Blüten

Beseitigung: Einzelbestände ausreißen und über Hausmüll entsorgen; Massenbestände melden; 

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Arten, die unser Ökosystem gefährden

Viele invasive Pflanzen sind über die Nutzung als Zierpflanzen zu uns gekommen und verbreiten sich nun teilweise sehr rasch und aggressiv aus. Die Problematik dabei ist, dass durch das rasche Ausbreiten, unsere heimischen Pflanzen verdrängt werden und damit oft die Lebensgrundlage für unsere heimischen Insekten genommen wird. Daher ist es zu empfehlen, alle diese invasiven Arten aus unseren Gärten wieder zu entfernen und auch dort heimische Blühpflanzen zu bevorzugen, um den Insekten und Vögeln Nahrung und Unterschlupf zu geben. 

Einige Beispiele solcher Gartenpflanzen: der Sommerflieder (er bieten den Schmetterlingen zwar Nahrung aber nicht den Raupen!), der Essigbaum und der Götterbaum (sie vermehren sich extrem schnell und vertreiben damit die heimischen Arten - Essigbaum ist auch schwach giftig), die Goldrute und das drüsige Springkraut. Die meisten dieser Arten sind auch Flachwurzler und verstärken somit die Gefahr von Erosionen und Hangrutschungen speziell in Uferbereichen. 

Der Staudenknöterich - in drei Unterarten bei uns zu finden - ist eine besonders rasch wachsende und unverfüstliche Pflanze, welche durch das starke Wurzelwachstum auch Mauerwerke, Straßen, Brücken, Dämme und sogar die Fundamente von Häusern gefährdet. Der Knöterich ist sicher die Pflanze, die sich in den letzten Jahren in unserer Region am schnellsten ausgebreitet hat und bei der die Möglichkeiten der Bekämpfung sehr begrenzt sind. 

Bekämpfung: Goldrute und drüsiges Springkraut sind in vielen Gebieten schon so stark verbreitet, dass einzelne Ausreiß- oder Abmähaktionen nicht mehr viel Sinn machen. Allerdings dort, wo sie sich  neu ansiedeln - etwa am Waldrand oder in neuen Aufforstungszonen, in Schutzgebieten und in den privaten Gärten und Feldern, können sie noch gut bekämpft werden. Eine Zusammenarbeit mit der Gemeinde ist bei größeren Beständen sinnvoll und wünschenswert. 

Japan-, Sachalin- und  Bastard-Staudenknöterich

Problem: Verdrängung heimischer Pflanzen und Gefährdung der Infrastruktur

Vorkommen in der Region: entlang von Inn , Alpbach und der Brandenberger Ache am Ufer und an den Radwegen, am Bahndamm in Kramsach und teilweise in Gärten

Bekämpfung: häufiges Abmähen am besten bei 0,5m Höhe; junge Pflanzen vollständig ausgraben und entsorgen; 

Kompostierung nur ohne Wurzelmaterial

Wurzelmaterial und blühende Stauden nur im Hausmüll entsorgen

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Kanadische Goldrute und Riesen-Goldrute

Problem: Verdrängung heimischer Arten

Bekämpfung: kleine Bestände ausgraben und über Hausmüll entsorgen

große Bestände regelmäßig mähen und ohne Wurzeln und Samen kompostieren

Beweidung durch Schafe oder Ziegen möglich

Drüsige Springkraut

Problem: Verdrängung heimischer Pflanzen; "Verwirrung" der Bienen durch die späte Blüte bis zum Herbst; Erhöhung der Erosionsgefahr

Beseitigung: im Frühjahr bis zur Blüte kann die Pflanze ausgerissen und kompostiert werden; 

Sobald Samen gebildet sind, nicht mehr anfassen! 

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